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Marrakesch: authentisch im Riad oder mondän im Mamounia

Die Edelweiss-Maschine senkt sich kontinuierlich, wir sind auf dem Anflug nach Marrakesch. Die Erde unter uns ist braun, nur vereinzelt sind grüne Plantagen zu entdecken und dann auch ein Golfplatz, erkennbar an den Bunkern, ovale braune Flecken im Grün des Platzes. Dahinter offenbar eine Stadt, die aber so ganz anders aussieht als in Europa. Alles ist braun, keine Farben, kein Weiss. Die Gebäude sind nicht hoch, keine Wolkenkratzer ragen über die Nachbarhäuser.  Wir sehen die Medina von Marrakech, die Altstadt, umgeben von einer 19 Kilometer langen und 8 bis 10 Meter hohen Befestigungsmauer.

Der Jaguar

Dann landen wir. Der Pilot parkiert die Maschine vor dem Terminal – ohne Fingerdock. Wir steigen aus und fühlen die Hitze, über 35 Grad. Kein Bus wartet auf uns, sondern wir marschieren hundert Meter zu Fuss zum Gebäudeeingang und erwarten lange Schlangen vor der Immigration und wappnen uns mit Geduld für die anstehende Warterei, bis wir endlich unser Gepäck empfangen können. Doch da steht dieser Mann mit einem Schild, „La Mamounia“. Ja, wir haben eine Einladung ins La Mamounia, wir melden uns bei ihm und er findet uns auf seiner Liste. „Venez avec moi si’l-vous-plait!“. Er führt uns in eine Lounge, offeriert uns ein Getränk und ein gekühltes feuchtes Tuch, mit dem wir unser Gesicht und unsere Hände waschen und macht sich mit unseren Pässen davon. Zehn Minuten später holt er uns zusammen mit einem uniformierten Fahrer ab, „alles in Ordnung“. Das Gepäck ist schnell gefunden und wir folgen unserem Fahrer auf den Parkplatz. Da steht der schwarze Jaguar vom Mamounia, wir setzen uns auf die beigen Ledersitze im Fonds, die Klimaanlage läuft bereits und ein weiteres kühles Wasser steht im Getränkehalter. Ja, wir haben für die ersten 2 Tage in Marrakesch die Luxusversion gebucht.

La Mamounia

Das La Mamounia ist eine Instittution in Marrakesch. Das Grandhotel öffnete seine Pforten 1923 und beherbergte seither die Berühmten und Reichen dieser Welt. Zu den prominentesten Gästen zählte Winston Churchill. Die berühmteste der grossen Suiten erhielt seinen Namen. Aber auch Sean Connery, Catherine Deneuve, Bill Clinton, Kate Winslet und Will Smith verewigten sich im Gästebuch des Hotels.

Ursprünglich im 19. Jahrhundert als Palast erbaut, wandelte die französische Besatzung das Gebäude in ein Hotel um. Zum Palast gehörten die Mamounia-Gärten, sieben Hektar gross, die innerhalb der Medina direkt an die Stadtmauer anschliessen. Diese Parkanlage ist ebenfalls erhalten geblieben und lädt zu Spaziergängen und dem Verweilen unter schattigen Palmen während der Hitze des Tages ein. Den Übergang vom Hinterausgang des Hotels zum Park führt durch die Bar Italien. Innen ist die Hauptbar des Hotels in dunklen und orange-roten Tönen gehalten und wirkt mit den plüschenen und ledernen Sesseln und dem gedämpften Licht etwas schwer, aber auf jeden Fall grossartig und pompös. Durchschreitet man die Türe zum Garten, findet man sich – wenn es draussen dämmert – in einem Traum von einer Sommernacht wieder:  Bei jetzt angenehmen Temperaturen versinkt man im Sessel an einem der zwei Dutzend Tische, gedämpftes Licht lässt den Garten, die Bar und das Hotel in warmen Tönen erstrahlen, die Vögel zwitschern um die Wette und der Cocktail schmeckt vorzüglich. Das Hotel trumpft auch sonst gross auf: über 200 Zimmer, davon 71 Suiten, 4 Restaurants, 5 Bars, sehr grosszügiger Wellnessbereich mit 2 Hammam, separates Fitnessstudio im Park, grosser Swimmingpool umsäumt von schattenspendenen Palmen und Sträuchern und natürlich sehr zuvorkommendes Personal, das dem Gast das Gefühl vermittelt, fast so wichtig wie der Prinz von Brunei zu sein. Die Anlage wurde von 2006 bis 2009 totalrenoviert und erstrahlt seitdem in neuem Glanz und neuem Design: der vorherrschende Art-déco-Stil wurde mit vielen marokkanischen Elementen ergänzt und kombiniert.

Fortsetzung: Die Golfplätze um Marrakesch